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Warum ist es wichtig zu wissen, worauf Etiketten geklebt werden sollen?

Etiketten können nur dann richtig haften, wenn ihr Haftklebstoff möglichst lückenlos die Klebefläche berührt. Ist die Klebefläche sehr glatt, dann ist diese Anforderung leicht erfüllt. Das Etikett braucht nur leicht angedrückt zu werden und schon klebt es wie gewünscht. Ist die Klebefläche dagegen rauh oder sogar grob strukturiert, dann berührt das Etikett nur an den Rauhigkeitsspitzen die Klebefläche und die Haftkraft ist entsprechend gering.

Richtlinien und Hinweise für die richtige Auswahl von Etiketten

Da Haftklebstoffe die Eigenschaft haben, unter Druck zu fließen, muß bei solchen Oberflächen der Anpreßdruck erhöht werden, damit der Haftklebstoff in die Rauhigkeitstäler einfließen kann.
Das kräftigere Anpressen nützt aber nur dann etwas, wenn der Klebstoffilm so dick ist, dass er bis zum Boden der Täler vordringen kann. Bei rauhen und grob strukturierten Oberflächen muß man deshalb zu Etiketten mit höherem Klebstoffauftrag als normal greifen. Der Haftklebstoff sollte zudem unter Preßdruck besonders leicht zum Fließen neigen. Solche Klebstoffe haften in
der Regel besonders gut, sie werden deshalb oft auch als "aggressive" Klebstoffe bezeichnet.
Bei glatten Oberflächen kann somit der Klebstoffilm des Etiketts dünn sein, er sollte aber nicht dünner als etwa 20 pm sein, weil sich bei sehr dünnen Filmen die Schwankungsbreite der Dicke stark als Klebrigkeitsschwankung zu erkennen gibt. Bei rauhen oder grob strukturierten Oberflächen sollte die Klebstoffilmdicke mindestens der Rauhtiefe der Oberfläche entsprechen.

Es ist aber nicht nur die Glätte bzw. die Rauhigkeit, die Einfluß auf die Haftkraft nimmt, vielmehr ist es auch ein physikalisches Merkmal von Oberflächen, die Oberflächenenergie oder Oberflächenspannung. Für die klebetechnische Anwendung dieses Begriffes genügt es zu wissen, ob die Oberflächenenergie der Klebefläche hoch oder niedrig ist, weshalb man auch von "hochenergetischen" bzw. "niederenergetischen" Flächen spricht. Erstere sind einfach zu beklebende Oberflächen, letztere sind schwierig und oft nur mit speziellen Haftklebstoffen etikettierbar. Erstere sind mit Wasser gut benetzbar, letztere lassen sich mit Wasser nicht benetzen.
Die Benetzbarkeit mit Wasser ist aber nur ein grobes Hilfsmittel zum Unterscheiden von hoch- und niederenergetischen Oberflächen. Beispiele hoch- und niederenergetischer Flächen sind:

hochenergetische Oberflächen niederenergetische Oberflächen

fettfreies Glas teflonisierte Flächen
fettfreier polierter Stahl Silikonpapier
PVC-Folie Polyethylen-Folie ohne Corona-Vorbehandlung

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